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Die Sammlung
Mechanische Musik

Von der Stiftwalze über die Lochscheibe bis zur Schallplatte aus Schellack oder  Vinyl – die jahrhundertealte Tradition der Musikautomaten brachte höchst interessante Tonträger hervor. Durch den Einwurf der passenden Münze ließen sich die Tonträger in Bewegung versetzen und verbreiteten damit, zumeist an öffentlichen Orten wie Tanzlokalen und Kaffeehäusern, die aktuelle Musik der damaligen Zeit.

 

 

 

The Brittania, B.H. Abrahams, Sainte-Croix, Schweiz, um 1898

 

 

Abrahams, ein englischer Instrumentenhändler, ließ in der Schweiz
mechanische Musikinstrumente für den britischen Markt fertigen.
Das erklärt die patriotische Modellbezeichnung dieses Lochplattenspielgeräts
„The Brittania“ ebenso wie die falsche Schreibweise.

 

Aurora, Popper & Co., Leipzig, Deutschland, ca. 1910

 

Das Walzen-Orchestrion besitzt als Antrieb ein 80 kg
schweres Gewicht mit Kurbelaufzug und eine Stiftwalze
aus Hartholz von 60 cm Breite und 33 cm Durchmesser.
Sie ist mit sechs Musikstücken bestiftet,
die man mit einem Drehknopf in Abspielposition bringen kann.

 

Violano Virtuoso, Mills Novelty Company, Chicago, USA, 1913

 

 

Das auf sehr hohem technischen Niveau um 1908
entwickelte »Violano Virtuos « besitzt eine Violine und
ein Klavier als Tonquellen.
Die originalgetreue Wiedergabe und Klangfülle
brachten diesem Automat weltweite Anerkennung
und einige internationale Auszeichnungen ein.

 

Welte Mignon, M. Welte & Söhne GmbH, Freiburg, Deutschland, ca. 1915

 

Das Reproduktionsklavier bildete den End- und zugleich den Hochpunkt in der Entwicklung der automatischen Klaviere – man könnte behaupten, der mechanischen Musikinstrumente überhaupt.
Die zuvor gefertigten Klaviere besaßen Tonträger, die allein die Höhe und Länge der verschiedenen Töne speichern konnten, wobei die Wiedergabe mit maschineller Gleichförmigkeit geschah.
Die individuelle, leidenschaftliche und mitreißende Spielweise, die das Klavierspiel von Hand offenbarte, blieb bei diesem Verfahren auf der Strecke.
Diese fehlende musikalische Authentizität erkannte Karl Bokisch, der Mitinhaber der Freiburger Firma M. Welte und Söhne GmbH, als Problematik und löste sie im Mai 1904.
Er ließ eine Art Nuancierungsapparat patentieren und noch im selben Jahr brachte Welte das „Mignon“ heraus. Die Fachwelt zeigte sich beeindruckt von der bis dato unerreichten Qualität der Musikwiedergabe des Welte-Mignon, welches nicht nur zum Prototyp sondern auch zum erfolgreichsten Modell dieser neuen Sparte innerhalb der mechanischen Musikautomaten avancierte.

Die mit einem Elektromotor angetriebene Präzisionspneumatik steuerte  die Betonungseinrichtung und damit einen Saitenanschlag,
der völlig selbstständig war.